1. Ich bin während der Anwaltsstation einer Ausbildungsstelle außerhalb Berlin-Brandenburgs zugewiesen – muss ich versuchen, dort am Probeexamen teilzunehmen?

Nein, während der Zeit der Zuweisung zu einer außerhalb der Länder Berlin und Brandenburg gelegenen Ausbildungsstelle besteht keine Pflicht zur Teilnahme am Pflichtklausurenkurs. Der versäumte Unterrichtsstoff muss von den Rechtsreferendaren eigenverantwortlich und selbstständig nachgearbeitet werden.

 

2. Ich musste krankheitsbedingt die schriftlichen Prüfungen abbrechen, werden bereits geschriebene Klausuren trotzdem gewertet?

Habt Ihr in einer Prüfungskampagne in jedem Pflichtfach mindestens eine Klausur vollständig bearbeitet, werden diese Klausuren bewertet, §§ 28 Abs. 2 Satz 6 iVm. 7 Satz 2 JAO 2003. Sie werden Bestandteil Eures endgültigen Prüfungsergebnisses sein. Das gilt auch, wenn die einzelne Klausur nicht bestanden wurde. Die fehlenden schriftlichen Aufgaben sind dann im nächsten Prüfungstermin anzufertigen; anderenfalls sind alle schriftlichen Prüfungsleistungen neu zu erbringen, vgl. §§ 28 Abs. 2 Satz 6 iVm. 7 Satz 2 JAO 2003.

 

3. Muss mein Ausbilder in der Wahlstation Volljurist sein? 

Nein. Gem. § 14 Abs. 4 JAG kann die Ausbildung im Rahmen der Wahlstation bei jeder Stelle stattfinden, bei der eine sachgerechte Ausbildung gewährleistet ist und Ausbildungsplätze verfügbar sind. Sie kann ganz oder teilweise auch bei überstaatlichen, zwischenstaatlichen oder ausländischen Ausbildungsstellen sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten im Ausland abgeleistet werden. 

 

4. Was ist eigentlich dieser „berufspraktische Teil“ der mündlichen Prüfung?

Der Begriff des berufspraktischen Teils umfasst neben dem Aktenvortrag in seiner bisherigen Form weitere Fallgestaltungen, die an unterschiedliche Beurteilungsperspektiven (staatliche/anwaltliche Sicht) anknüpfen.

Hier sind beispielhaft zu nennen:

  • Formulierung eines anwaltlichen oder gerichtlichen Vergleichsvorschlages
  • Klageerwiderung aus behördlicher Sicht
  • Plädoyer der Staatsanwaltschaft/der Verteidigung
  • Formulierung eines Beschwerdetenors nach gutachtlicher rechtlicher Würdigung

 

5. Wie funktioniert der Notenverbesserungsversuch?

Hilfreiche Hinweise dazu beim GJPA Berlin-Brandenburg.

 

6. Ich bin im Examen durchgefallen und werde am Ergänzungsvorbereitungsdienst teilnehmen. – Darf ich noch einmal das Probeexamen mitschreiben?

Aus logistischen Gründen geht das leider nicht. Der Pflichtklausurenkurs ist so stringent durchgeplant, dass eine erneute Teilnahme organisatorisch nicht ermöglicht werden kann.

Allerdings sind iRd. Ergänzungsvorbereitungsdienstes 12 Klausuren unter Examensbedingungen anzufertigen, die auch besprochen werden.

 

7. Ich bin im Examen durchgefallen und werde am Ergänzungsvorbereitungsdienst teilnehmen. – Kann ich den Aktenvortragslehrgang auch nach den Wiederholungsklausuren absolvieren?

Das ist organisatorisch nicht möglich, da laut Referendarabteilung des Kammergerichts nicht festgestellt werden kann, welche Berufsfelder dann tatsächlich noch belegt werden müssten. Die Referendarabteilung empfiehlt daher allen Repetenten folgendes Vorgehen:

Der Aktenvortragslehrgang sollte wie geplant am Ende der Wahlstation besucht werden, denn so ist es auch im JAG und der JAO vorgesehen. Im Anschluss ist der Ergänzungsvorbereitungsdienst zu absolvieren. Nach erneuter Anfertigung der Aufsichtsarbeiten können telefonisch bei der Referendarabteilung die Daten der gerade laufenden Aktenvortragslehrgänge erfragt werden, um sich als Zuhörer (passiv) nochmals anzuhören, was für die dann bevorstehende mündliche Prüfung relevant sein könnte.

 

8. Ich bin im Examen durchgefallen. - Habe ich jetzt Urlaubssperre für den Zeitraum Aktenvortragslehrgang / Ergänzungsvorbereitungsdienst?

Nein, weder im Aktenvortragslehrgang noch im Ergänzungsvorbereitungsdienst gibt es eine Urlaubssperre. Anheimgestellt sei zu beurteilen, wie umfänglich die Angebote der intensiven Vorbereitung auf die Prüfung durch entsprechende Teilnahme genutzt werden sollte.

Zusätzliche Informationen