Übersicht

Der praktische Teil des Rechtsreferendariats besteht aus fünf Stationen: Zivilgericht, Staatsanwaltschaft und Verwaltung (jeweils drei Monate; davor bei der Zivilstation vier und bei den anderen beiden Stationen zwei Wochen Einführungslehrgänge), Rechtsanwalt (neun Monate einschl. Einführungslehrgang und schriftliche Prüfung) und Wahlstation (4 Monate einschl. fakultativen Aktenvortragslehrgang). Den genauen Überblick über den Gang der Stationen einschl. AGs, Probeklausuren und Prüfungen für euren jeweiligen Einstiegstermin findet ihr unter folgendem Link .

Die Zuweisung zu den Stationen erfolgt unterschiedlich. Bei der Zivilstation und der Staatsanwaltschaft werdet Ihr von Amts wegen zugewiesen, wenn ihr Euch nicht um eine Zuweisung zu bestimmten Richtern oder Staatsanwälten kümmert. Bei der Verwaltungs- und Anwaltsstation müsst Ihr Euch zwingend selbst eine Ausbildungsstelle suchen und diese dem Kammergericht mitteilen (den Vordruck findet ihr hier).

Zivilstation

Im Rahmen der Zivilstation habt ihr keinen Einfluss darauf, ob ihr zu einem der Amtsgerichte oder zum Landgericht Berlin zugewiesen werdet – dies erfahrt ihr gleich am allerersten Tag eures Referendariats. Habt ihr diese Zuweisung, so könnt ihr (am besten so früh wie möglich) versuchen, innerhalb dieses Gerichts eine Zuweisung zu  bestimmten Richtern oder zu einer Kammer am LG zu erreichen. Darauf besteht aber kein Anspruch und ihr seid auf die Kooperationsbereitschaft der für Referendare zuständigen Verwaltungsstellen, die ihr am besten über die Internetseite des Gerichts herausfindet, angewiesen. Nach unserem Informationsstand ist eine solche Einflussnahme auf die Zuweisung an den meisten Gerichten mittlerweile nicht mehr möglich.

Staatsanwaltschaft

Für die Zuweisung an die Staatsanwaltschaft ist Frau Kepler (9014-2611) zuständig. In unserem Büro gibt es den aktuellen Geschäftsverteilungsplan und Erfahrungsberichte zu vielen Staatsanwälten, die ihr einsehen und als Orientierungshilfe benutzen könnt. Hilfreich ist sicherlich auch, sich bei Kollegen, die schon weiter sind, umzuhören und Tipps zu holen. Habt Ihr euch einen bestimmten Staatsanwalt ausgesucht, solltet ihr zunächst ihn anrufen (die Telefonnummer kann Euch Frau Kepler mitteilen) und um Einverständnis, Euch in dem Zeitraum auszubilden, fragen. In der Regel wird es ohne Weiteres sofort erteilt. Danach ist nur noch ein Anruf bei Frau Kepler mit der Bitte um entsprechende Zuweisung nötig. Es ist aber auch möglich, bei Frau Kepler eine Zuweisung zu einer bestimmten Abteilung (Allgemein, Kapitaldelikte, Jugend etc.) zu wünschen oder eine bestimmte Abteilung auszuschließen. Gerade bei beliebten Staatsanwälten sollte man sich frühzeitig darum kümmern. Das könnt Ihr auch bereits vor Beginn des Referendariats machen, wenn Ihr die definitive Zusage für die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst bekommen habt.

Verwaltungsstation

Die Verwaltungsstation könnt Ihr bei einer berliner oder einer Bundesbehörde sowie bei einer Behörde im anderen Bundesland absolvieren. Nicht möglich ist es dagegen, die Verwaltungsstation bei einem Verwaltungsgericht oder im Ausland abzuleisten! Am besten solltet Ihr Euch so frühzeitig wie möglich direkt mit der gewünschten Ausbildungsstelle in Verbindung setzen und euch dort bewerben. Werdet Ihr angenommen, so melden das viele Stellen direkt dem KG, das euch offiziell zuweist, ohne dass ihr noch etwas tun müsst. Sonst müsst Ihr eine Einverständniserklärung von der Behörde unterschreiben lassen und an das KG bis spätestens acht Wochen vor Beginn der Station richten. Ein Verzeichnis von ausbildenden Behörden des Landes Berlin findet Ihr hier.

Rechtsanwaltsstation

Die Rechtsanwaltsstation könnt Ihr in Deutschland oder im Ausland bei einer Rechtsanwaltskanzlei absolvieren. Es ist möglich, die Station in mehrere mindestens drei Monate lange Abschnitte aufzuteilen und dabei bis zu drei Monate an einer sonstigen Rechtsberatungsstelle bei einem Volljuristen mit mindestens einjähriger Berufserfahrung zu absolvieren. Auch die Zuweisung an die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer ist in der Rechtsanwaltsstation möglich. Wenn Ihr ins Ausland oder ein anderes Bundesland wollt, so solltet Ihr beachten, dass jeweils in der ersten Woche der drei Abschnitte (Zivilrecht, Strafrecht, Verwaltungsrecht) ein Einführungslehrgang sowie in den ersten zwei des letzten Monats die schriftliche Prüfung stattfinden, die Eure Anwesenheit in Berlin erfordern. Die Zuweisung an den Ausbilder erfolgt durch das Kammergericht nach einer schriftlichen Einverständniserklärung, die Ihr spätestens acht Wochen vor Stationbeginn einreichen sollt. Den Vordruck findet ihr hier .
Die Suche einer geeigneten Station erleichtern die im Personalratsbüro ausliegengen Ausbilderbewertungen, Recruiting-Veranstaltungen und Bildungsmessen, etwa die Juracon oder der Jura-Praxistag der Humboldt-Universität, die vor allem für diejenigen, die sich für Großkanzleien interessieren, in Frage kommen. Wie sonst auch, ist hier eine frühzeitige Bewerbung von großem Vorteil.

Der Personalrat veranstaltet übrigens zweimal im Jahr in Kooperation mit dem Deutschen Anwaltsverein eine Stellenbörse, bei der sich Rechtsanwaltskanzleien verschiedener Fachrichtungen in ungezwungener Atmosphäre vorstellen. Wir informieren mit unserem Newsletter und selbstverständlich hier auf unserer Seite darüber!

Wahlstation

Die Wahlstation könnt Ihr praktisch an allen Stellen in Deutschland und der Welt, die einen juristischen Bezug aufweisen, insbesondere bei Rechtsanwaltskanzleien, Gerichten und internationalen Organisationen oder der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer absolvieren. Der während dieser Station (im vierten Monat) angebotene Aktenvortragslehrgang ist fakultativ. In unserem Büro verfügen wir über viele Erfahrungsberichte zu Ausbildungsstellen im In- und Ausland, die Ihr zu unseren Öffnungszeiten einsehen könnt.

Zeugnisse

Am Ende jeder Station (außer der Wahlstation) stellt Euer Ausbilder Euch ein Zeugnis aus, das in Eure Personalakte kommt und von Euch in der Referendarsabteilung dann eingesehen und ggf. kopiert werden kann. Der Ausbilder ist dabei gehalten, eure „Leistungen und Befähigungen“ zu beurteilen, muss also auf Eure Kenntnisse, Fähigkeiten und Persönlichkeit eingehen. Eure Gesamtleistung wird mit einer Punktzahl der üblichen Benotungsskala bewertet. Das Zeugnis geht nicht in die Examensnote ein, liegt aber den Prüfern bei der mündlichen Prüfung vor und wird oft bei den späteren Bewerbungen, insb. im öffentlichen Dienst, berücksichtigt. Ihr solltet den Ausbilder am Ende der Station daran erinnern, dass er Euer Zeugnis mit Euch bespricht. Oft ist es ratsam, höflich um eine zügige Ausstellung des Zeugnisses zu bitten. Solltet Ihr mit dem Zeugnis nicht einverstanden sein, so empfiehlt es sich, zunächst mit dem Ausbilder darüber zu sprechen, dann das Personalrat der Referendare einzuschalten und ggf. eine Gegendarstellung an die Leitung der Referendarabteilung am KG zu richten. Sie wird dann prüfen, ob hinreichende Gründe für eine Änderung des Zeugnisse bestehen.

Evaluation

Im Sinne Eurer Referendarskollegen bitten wir Euch, nach dem Ende jeder Station einen Evaluationsbogen über euren Ausbilder auszufüllen und über eure BIP oder persönlich an uns zu richten. Die Fragebögen erhaltet ihr über euren BIP oder aber in unserem Download-Bereich.

Zusätzliche Informationen