Stationswahl

Rund um die Frage, was die „perfekte“ Station ausmacht, hat wohl jede*r eine eigene Meinung. Manche entscheiden sich vielleicht aufgrund der Bezahlung für eine Großkanzlei, anderen ist für den späteren Werdegang eher wichtig, Kontakte zu potenziellen Arbeitsstellen zu knüpfen. Wir als Personalrat möchten euch jedoch ans Herz legen, die Stationen vor allem nach euren Interessen zu wählen. Das Referendariat kann mit seinen teilweise starren Strukturen über zwei Jahre hinweg ein durchaus anstrengender Marathon sein. Auch wenn die einzelnen Stationen meist nur drei Monate dauern, möchten wir euch ermutigen, diese Zeit als Möglichkeit zu sehen, euch auszuprobieren und sie möglichst frei zu gestalten. So ist es zum Beispiel möglich, die Anwaltschaftsstation zu splitten und einen Teil bei einer NGO wie HateAid, einem Verband wie dem Deutschen Gewerkschaftsbund oder dem NABU oder in der Rechtsabteilung eines Unternehmens zu absolvieren und die übrigen Monate in einer Kanzlei zu verbringen. Ebenso könnt ihr während der Anwaltschaftsstation zwischen Kanzleien wechseln, um Einblicke in unterschiedliche Arbeitsweisen zu gewinnen. Auch in der Verwaltungsstation ist es – je nach Wahl der Station – häufig möglich, in eher untypischen juristischen Bereichen zu arbeiten. Das Internet, unsere veröffentlichten Stellenangebote (s. u.) sowie die Erfahrungen früherer Jahrgänge können euch dabei helfen, kreativ zu werden. Im Zweifel fragt am besten beim Kammergericht nach, ob eure Idee umsetzbar ist. Die Ansprechpersonen dort sind sehr hilfsbereit und nett.

Börsen, Stellenangebote und generelle Infos

    Auf unserer Website (https://beref.de/) findet ihr verschiedenste Informationen rund ums Ref, Stellenangebote für Stationen oder Jobs (unter dem Reiter “Aktuelles”) oder unsere neu aufgelegte Lerngruppenbörse (unter dem Reiter “Angebote”). Sofern eure Kanzlei in der Anwaltschaftsstation die Kosten für den Klausurenkurs übernimmt (fragt deshalb gern bei uns oder in eurer Kanzlei nach!), könnt ihr euch die Kosten über den Reiter “Angebote” und dort “Klausurenkurs” erstatten lassen.

    Die Börse mit Empfehlungen für die Staatsanwaltschaft findet ihr bei Moodle. Bitte abonniert hierfür den Moodle-Kanal “Personalrat der Referendar*innen am Kammergericht“, um unter dem Reiter “Kurs” unsere “Kontaktbörse für Erfahrungen in der Strafstation” zu finden.

    Finanzen

    Da die Unterhaltsbeihilfe knapp bemessen ist, empfiehlt es sich zu prüfen, ob für euch ein Anspruch auf Wohngeld oder ergänzende Grundsicherung beim Jobcenter besteht. Da diese Anträge komplex sind und von eurer persönlichen Situation abhängen, raten wir euch dringend, vorab eine fachkundige Beratung beim Jobcenter oder dem für euren Bezirk zuständigen Wohnungsamt in Anspruch zu nehmen. Auch eine Steuererklärung ist im Ref lohnenswert, um berufliche Ausgaben, wie zum Beispiel Fachkommentare, steuerlich geltend zu machen.

    Examenskoffer

    Aktuelle Kommentare sind im 2. Examen unerlässlich. Da sie in der Anschaffung schnell sehr teuer werden können, gibt es verschiedene Angebote, sie für den Examenszeitraum zu mieten. Diese Möglichkeiten werden von Referendar*innen aus ganz Deutschland genutzt. Daher solltet ihr euch möglichst frühzeitig um die Bestellung kümmern. Häufig gibt es auf Gruppenbestellungen auch Rabatt. Die bekanntesten Anbieter sind JurCase (https://jurcase.com/mietangebote/) und Juristenkoffer (https://www.juristenkoffer.de/bestellformular-berlin.php).  

    ISIC Card

    Als Referendar*innen könnt ihr euch für 18 EUR/Jahr eine International Student Identity Card (ISIC Card) ausstellen lassen. Mit der ISIC bekommt ihr Zugang zu mehr als 150.000 attraktiven Studentenrabatten in über 130 Ländern und könnt so bei Reisen, bei der Buchung von Flügen, Unterkünften und Mietwagen als auch in der Freizeit, in Restaurants und Bars oder beim Shopping in den unterschiedlichsten Onlineshops sparen. Mehr Infos findet ihr hier: https://isic.de/de/rabatte/?dmLimit=12&dmSeed=41&dmDisplay=map&dmCategoryId=748

    Immatrikulation / Semesterticket

    Laut der Website des Kammergerichts ist es erlaubt, sich neben dem Referendariat bei Unis zu immatrikulieren (https://www.berlin.de/gerichte/kammergericht/karriere/rechtsreferendariat/haeufigste-fragen/). Das kann sich neben einer weiteren akademischen Betätigung vor allem im Hinblick auf das Semesterticket, die Bib-Nutzung und Ausleihemöglichkeiten von Unis und andere Vergünstigungen lohnen.

    Mitgliedschaften und Netzwerke

    Als Referendar*innen könnt ihr von Gratis-Mitgliedschaften beim Deutschen Anwaltsverein (DAV) profitieren: So könnt ihr einerseits Teil des FORUM Junge Anwaltschaft werden. Das FORUM ist die Interessenvertretung der jungen Anwaltschaft im DAV. Sie veranstalten Stammtische zur Vernetzung, haben tolle Events wie das Young Laywers Camp, sind ein super Netzwerk und halten unterschiedliche Angebote rund um den Berufseinstieg und die ersten Berufsjahre für euch bereit. Mitglied werden könnt ihr hier: https://davforum.de/de/ueber-uns/werde-jetzt-mitglied

    Auch das DAV-Netzwerk für Studierende JurFuture lohnt sich, im Blick zu halten. Sie sind besonders stark in der Vermittlung von Praktikumsplätzen, etwa bei Rechtsanwält:innen, bei den örtlichen Anwaltschaftsvereinen, den Auslandsvereinen oder den DAV-Geschäftsstellen in Berlin oder Brüssel. Mitglied werden könnt ihr hier: https://jurfuture-dav.de/netzwerk/

    Als einige weiteren, großartigen Empfehlungen seien beispielhaft noch folgende Vereinigungen genannt:

    (Anmerkung: Es lohnt sich, diesen und weiteren Netzwerken bei Instagram, LinkedIn und Co. zu folgen, da dort mitunter auch Jobs/Stationen geteilt werden!)

    Speziell für Juristinnen: Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) ist ein Zusammenschluss von Juristinnen, Volks- und Betriebswirtinnen. Ziel des Vereins ist die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen. Er ist unabhängig, überparteilich und überkonfessionell. Nicht-Mitglieder können sich an die djb-Geschäftsstelle wenden und sich dort als sog. “Interessentin” melden. Anschließend wird man automatisch in die lokalen Mailverteiler der Lokalgruppe aufgenommen und kann den djb so für ein Jahr kennenlernen, bevor man sich ggf. zu einer Mitgliedschaft entschließt. Um Interessentin zu werden, schreib eine kurze Mail an die Geschäftsstelle des djb mit Interesse für die Regionalgruppe Berlin bzw. Brandenburg. Darüberhinaus gibt es innerhalb des djb die “Jungen Juristinnen”, die sich speziell mit Fragen rund um Ausbildung und Berufseinstieg beschäftigen. Sie bieten ein spezielles Mentoringprogramm an und vermitteln Juristinnen im Rahmen ihrer Referendariatsstationen mit dem Progamm “Junge Juristinnen in die EU-Institutionen“ in den EU-Kosmos.

    Stationen im Ausland / Internationales

    Sofern ihr während des Referendariats ins Ausland gehen wollt oder einfach Interesse an Jura im internationalen Kontext habt, lohnt es sich, auf den Websiten von internationalen Jurist*innenvereinigungen vorbeizuschauen. Eine Vielzahl von Ländern hat einen deutschen Ableger. Häufig freuen sie sich über Anfragen und unterstützen gern bei der Vermittlung von Stationen, manche schreiben auch kleine Stipendien für Stationsaufenthalte aus. Beispielhaft genannt seien hier die Deutsch-türkische Juristenvereinigung (DTJV), die Deutsch-Marokkanische Juristenvereinigung (DMAJV), die Deutsch-Südafrikanische Juristenvereinigung e.V. (DSJV), Deutsch-Chinesische Juristenvereinigung e.V. (DCJV), die Deutsch-Amerikanische Juristen-Vereinigung e.V. (DAJV) usw. Oftmals bieten sie auch diverse Veranstaltungen an, die man besuchen kann.

    Auf seinen jeweiligen Botschaftswebseiten listet das Auswärtige Amt außerdem in sog. “Rechtsanwaltslisten” eine Auswahl von Anwält*innen, die im jeweiligen Land praktizieren. Diese sind häufig gute Anlaufstellen, um wegen Stationen anzufragen.

    Wer eine Station bei den Internationalen Organisationen ableisten möchte, kann sich außerdem an das Büro für Führungskräfte in Internationalen Organisationen (BFIO) wenden. Über das BFIO-Serviceangebot (https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/zav/bfio/das-serviceangebot) könnt ihr einfach per formloser Mail um Unterstützung bei der Vermittlung zu internationalen Organisationen bitten. Die Mitarbeitenden sind top vernetzt und sehr nett.